Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven

Der Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven wird in nächster Zeit erstmal nicht gebaut. Statt dessen will sich E.on Ruhrgas nun an einer Anlage in Rotterdam beteiligen. Wilhelmshaven wird nicht abgeschrieben, sondern als Standort irgendwann in der Zukunft im Auge behalten. Noch ist die Zeit nicht reif für eine Verladeanlage für Flüssiggas in Deutschland, glaubt man den Aussagen von E.on.

Schuld daran soll mangelnde Kundschaft sein, die nicht bereit sei, sich auf langfristige Lieferverträge einzulassen. Aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nach Flüssigas und den momentan noch relativ günstigen Erdgaspreisen vermeiden die Gasanbieter den Kauf von verflüssigtem Gas.

3.000.000.000 m³ Flüssiggas jährlich

Fünf von Hundert beträgt die Beteiligung an Gate, wie man von den Betreibergesellschaften Gasunie und Vopak erfahren kann. Über den Rotterdamer Terminal sollen pro Jahr 3.000.000.000 m³ Gas in die Bundesrepublik importiert werden. E.on-Ruhrgas-Vorstand Jochen Weise sprach von Investition in dreistelliger Millionenhöhe. Gate (Gas Access To Europe) soll bis 2011 fertiggestellt werden. In Gate sieht Weise das Tor für die Versorgung Nordwesteuropas mit Flüssiggas.

Große Zukunft

Füssiggas wird in der Zukunft noch eine große Rolle spielen, da es per Schiff über internationale Gewässer transportiert werden kann und nicht wie Erdgas durch Pipelines strömt, die durch krisengeschüttelte Regionen führen können. Staaten können auf diese Weise nicht die Durchleitung blockieren und kriminellen Banden steht die Möglichkeit des Gasklaus nicht mehr offen.
Am Ort der Verschiffung wird das Gas unter extrem kalter Temperatur verflüssigt. Am Bestimmungsort wird das Gemisch wieder in seinen ursprünglichen, gasförmigen Zustand, zurückversetzt. Nach der Verflüssigung hat das Gas nur noch ein Sechshundertstel seines vorherigen Volumens.

Ein großer Bezieher von Flüssiggas ist z.B. Japan. Wegen seiner geographischen Lage können zu dem Inselreich keine Pipelines verlegt werden.